Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unter jungen Menschen zwischen 16 und 25 Jahren haben drei Viertel der Befragten Erfahrungen mit Diskriminierung erlebt. Zwei Drittel der Befragten haben den Eindruck, dass Diskriminierung und Ausgrenzung anderer Menschen in den letzten Jahren zugenommen haben. Gleichzeitig ist die Toleranz junger Menschen gegenüber anderen Kulturen und Religionen hoch.

Die repräsentative Umfrage zum Thema „Toleranz und Vielfalt“ hat ermittelt, wie junge Erwachsene den Themen Ausgrenzung und Meinungsfreiheit gegenüberstehen. Auch die Themen Rechtspopulismus, gesellschaftlicher Zusammenhang und Demokratie waren Teil der Umfrage.

Drei Viertel (75%) der jungen Erwachsenen gaben an, dass sie Situationen erlebt oder beobachtet haben, in denen Menschen diskriminiert wurden. Zwei Drittel der Befragten – im Osten wie im Westen – haben den Eindruck, dass Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund der Herkunft oder des Aussehens in den letzten Jahren zugenommen haben.

Gleichzeitig ist die große Mehrheit (79%) der jungen Erwachsenen interessiert an anderen Kulturen und Religionen. Die Toleranz gegenüber Menschen anderer Religion, Herkunft oder Sexualität ist hoch. So gaben 90 Prozent der Befragten an, sich nicht an gleichgeschlechtlichen Paaren zu stören, die sich in der Öffentlichkeit küssen. Diese religiöse Freiheit ist nach Meinung der Befragten in Deutschland gesichert. Fast alle (96%) der jungen Erwachsenen sind der Ansicht, dass die Menschen ihre religiösen Überzeugungen in Deutschland ausleben können sollten.

Doch diese Freiheit ist nach Meinung der Befragten bedroht: Mehr als ein Drittel (38%) der jungen Erwachsenen hat den Eindruck, dass die Demokratie in Deutschland bedroht ist. Ein probates Gegenmittel ist gesellschaftliches Engagement: Fast alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterstützen die Aussage, dass ehrenamtliches Engagement ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie und des Zusammenhalts in der Gesellschaft (90%) ist.

Schließlich werde einem Thema, dass die deutsche Gesellschaft seit Jahren spaltet, zu viel politischer Diskussionsraum gewährt: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Befragten ist der Ansicht, dass zu viel über Flüchtlingspolitik diskutiert wird. Andere politische Themen, die eine größere Relevanz für die Lebenswelt der jungen Erwachsenen einnehmen, bleiben dabei auf der Strecke.